Die Notation

Wir haben ja bereits die Grundzüge der Notation kennengelernt; sie sollen an dieser Stelle vertieft und vervollständigt werden, damit Sie in der Lage sind, Ihre eigenen Partien aufzuschreiben oder bereits notierte Partien nachzuspielen. Natürlich ist eine Notation nicht zwingend erforderlich, um eine Partie zu führen, und wer weder beabsichtigt, seine Partien festzuhalten noch andere nachzuspielen, kann dieses Kapitel getrost überschlagen oder zurückstellen.

Kennzeichnung der Figur

Jede Figur mit Ausnahme der Bauern wird mit dem großgeschriebenen Anfangsbuchstaben ihres Namens angegeben.
Bauern werden nicht mit ihrem Anfangsbuchstaben angegeben, sondern sind durch das Fehlen eines solchen zu erkennen.

Gelegentlich kann es Ihnen beim Studium von Notationen in Zeitungen oder Zeitschriften vorkommen, dass Sie andere Abkürzungen als die in Deutschland gebräuchlichen vorfinden. Jeder Spieler hat das Recht, den Anfangsbuchstaben des Figurennamens, der in seiner Landessprache üblich ist, zu verwenden. Im angelsächsischen Sprachgebrauch etwa findet sich ein B für den Läufer (engl. Bishop) oder Q für die Dame (engl: Queen)  


Kennzeichnung der Felder

Die acht Linien werden mit den klein geschriebenen Buchstaben a, b, c, d, e, f, g und h angegeben. Die acht Reihen werden numeriert mit 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7 und 8. Jedes Feld wird angegeben mit (zuerst) dem Buchstaben der Linie und (dann) der Zahl der Reihe.

 

Die Notation der Züge

Jeder Zug einer Figur wird angegeben mit

a) dem Anfangsbuchstaben ihres Namens (außer beim Bauern) und

b) dem Ankunftsfeld.
Beispiele: K2e, Dd1, Te8.

Bei Bauern wird nur das Ankunftsfeld angegeben.

Beispiele: e5, d4, a5.

Wenn eine Figur schlägt, wird ein "x" zwischen a) dem Anfangsbuchstaben ihres Namens und b) dem Ankunftsfeld eingefügt.

Beispiele: Lxe5, Sxf3, Txd1.

Wenn ein Bauer schlägt, muss nicht nur das Ankunftsfeld, sondern auch die Herkunftslinie, gefolgt von einem "x", angegeben werden.

Beispiele:dxe5, gxf3, axb5.

Im Falle eines Schlagens en Passant wird als Ankunftsfeld das Feld genommen, auf welchem der schlagende Bauer am Ende steht, und "e.p." wird der Aufzeichnung angefügt.

Gelegentlich kann es vorkommen, dass zwei gleichartige Figuren auf dasselbe Feld ziehen können. Da die Notation natürlich eindeutig sein muss, ist in ihr zu kennzeichnen, welcher der beiden Figuren das Feld besetzt:

In der obigen Abbildung etwa wäre die Angabe Sf5 nicht eindeutig, da beide Springer diese Position einnehmen könnten.  Da beide Springer auf unterschiedlichen Linien stehen, muss der Anfangsbuchstabe der Linie hinzugefügt werden, im vorliegenden Fall muss es also entweder Sef5 oder Sgf5 lauten.

 

In der nachfolgenden Abbildung hingegen stehen die Springer nicht auf unterschiedlichen Linien, sondern unterschiedlichen Reihen:

Die korrekte Notation muss hier lauten: S3f4 oder S5f4

 

 

Schlagen von Figuren

Wird eine Figur geschlagen, so ist dies mit einem „x“ zwischen Kennzeichen der Figur und dem einzunehmenden Feld zu kennzeichnen. Beispiele: Lxd5, Kxf8, Sgxf4. Ist die schlagende Figur ein Bauer, so werden beide Linien der Ausgangs- bzw. Endposition angegeben. Beispiele: dxe4, fxg5.  

Weitere Notationen

Im Falle einer Bauernumwandlung wird der ausgeführte Bauernzug angegeben, unmittelbar gefolgt vom Anfangsbuchstaben der neuen Figur.
Beispiele: e8D, f8S

Die Rochade wird mit 0-0 (kurze Rochade) oder 0-0-0 wiedergegeben.

 Ein „+“ signalisiert ein Schachgebot, und das doppelte Kreuz „++“ bedeutet: Schachmatt

 „e.p.“ steht für Schlagen en passant 

„(=)“ gibt ein Remisangebot wieder

 

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